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Mund- und Nasenschutz selbst nähen

Toilettenpapier, Nudeln, Mehl, Hefe – alles heiß begehrt in der Corona-Krise. Nun wächst auch der Bedarf nach Schutzmasken weiter. Denn das Tragen selbiger empfiehlt inzwischen auch das Robert-Koch-Institut. In den meisten Geschäften sind handelsfertige FFP2-Atemschutzmasken schon lange ausverkauft, im Internet werden diese für immer höhere Preise angeboten und selbst Kliniken geht der Mundschutz aus. Auch in der Sommerburg-Apotheke waren zertifizierte Mundschutzmasken nach nur kurzer Zeit ausverkauft. Eine neue Lieferung ist ab dem 20. April angekündigt, teilt die Inhaberin der Apotheke Ulrike Lohmann mit.

Um der Knappheit entgegenzuwirken, stellen immer mehr Menschen für sich privat behelfsmäßig einen Mund-Nasen-Schutz aus Stoff her und zeigen in den sozialen Medien mit kleinen Videos ihre Anleitungen, wie das funktioniert.

Auch in der Margarethen-Apotheke sind Atemschutzmasken rar und so hat sich Inhaberin Ute Brand ebenfalls an die Nähmaschine gesetzt und für das Team provisorische Mund-Nasen-Schutzmasken genäht, welche sie während der Arbeit im Kundenverkehr tragen.

Und die Apothekerin ermuntert alle kreativen Anwohner, die gerne nähen, es ihr gleich zu tun. Sie empfiehlt die offizielle Nähanleitung der Stadt Essen, welche sie zufällig bei der Recherche im Netz entdeckt hat. Die wichtigsten Punkte dazu hat sie auf einer DIN- A4-Seite zusammengestellt und legt die Handzettel nun bei sich im Ladenlokal aus. Doch wem bringt das etwas? „Der Schutz kann zum Beispiel Pflegepersonal der katholischen Pflegehilfe und der Diakonie oder pflegenden Angehörigen im Alltag helfen, die Verteilung von Tröpfchen in der Umgebung verhindern“, erklärt Ute Brand. Obwohl der behelfsmäßige Mund- und Nasenschutz kein Schutz gegen Viren darstelle, könne er als zusätzliche Barriere zum Verhindern einer Tröpfcheninfektion dienen, weist die Stadt Essen hin.

Die Apothekerin gibt vielen Mitstreitern Recht: Die Schutzmasken ließen sich relativ einfach aus alten Stoffresten herstellen, etwa Bettlaken oder alten Vorhängen. Daher ihr Aufruf: Wer auf der Margarethenhöhe gerne näht, möge sich an die Nähmaschine setzen und die Masken herstellen. Diese dürfen dann gerne bei ihr in der Apotheke abgegeben werden. „Es wäre aus hygienischen Gründen schön, wenn man die Masken in Gefrierbeuteln verpackt bei uns abgibt. Und bitte ein Hinweiszettel, dass die Maske vor Gebrauch ausgekocht werden muss. Wir geben die Masken dann weiter.“

Wer bereits im Besitz einer solchen Stoffmaske ist, für den hat sie noch einen Rat: „Wichtig ist es, die Maske nach jedem Gebrauch gründlich, mindestens fünf Minuten lang, auszukochen“, erklärt Ute Brand. Und ihr Tipp: „Man sollte die Maske nicht ständig an- und wieder ausziehen oder von allen Seiten mit den Fingern anfassen.“

Hinweise der Stadt Essen:

  1. – Ein Mundschutz kann Hygieneregeln wie Händewaschen, Abstandhalten und richtiges Niesen und Husten in die Armbeuge auf keinen Fall ersetzen und darf kein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.
  2. – Um den Mund-Nasen-Schutz selbst herzustellen, benötigen Bürgerinnen und Bürger kochfeste Baumwolle und einen biegsamen Draht sowie eine Nähmaschine, eine Schere und ein Bügeleisen.
  3. – Der Mundschutz ist wiederverwendbar und muss dementsprechend nach der Nutzung gewaschen und getrocknet werden.
  4. – Dieser Behelf-Mund-Nasen-Schutz entspricht nicht dem genormten Mund-Nasen-Schutz, kann aber eine hilfreiche Alternative sein, wenn es im Handel zu Lieferengpässen kommt.

 

Hier geht es zur Nähanleitung der Stadt Essen.