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Neues Buch über die Künstlerkolonie Margarethenhöhe

„Eine Fundgrube in Wort und Bild für jeden, der sich kunsthistorisch interessiert“ ist nach den Worten von Dr.-Ing. Rainer Metzendorf die Neuerscheinung „Deutscher Werkbund, Folkwang-Komplex und die Künstlerkolonie Margarethenhöhe“ erschienen.

Das Buch wurde mit Unterstützung der Margarethe Krupp-Stiftung verwirklicht.

Der Enkel des Margarethenhöhen-Baumeisters Georg Metzendorf bescheinigt im Vorwort des Buches dem auf der Margarethenhöhe lebenden Autoren Dr. Manfred Heise „teilweise in bisher unerforschte Randbereiche“ des geistigen und künstlerischen Aufbruchs vor über 100 Jahren vorzudringen.“

Der Autor selbst „bewohnt und belebt“ (Metzendorf) seit 36 Jahren die Margarethenhöhe und bringt nicht nur durch seinen beruflichen Werdegang und als Mitglied des Deutschen Werkbundes beste Voraussetzungen für die Beschreibung der Künstlerkolonie Margarethenhöhe und ihrer Einbettung in den historisch-kulturwissenschaftlichen Zusammenhang mit. So hat Manfred Heise für das 2007 eingeweihte „Heimatgeschichtliche Zentrum“ am Brückenkopf der Margarethenhöhe die inhaltliche Ausstattung zur Künstlervereinigung übernommen, die er auch mit Führungen und Vorträgen begleitet.

Im Zentrum der Künstlerkolonie Margarethenhöhe stand Hermann Kätelhön, der von Margarethe Krupp im Jahre 1917 damit beauftragt wurde, Künstler und Kunsthandwerker für die im Bau befindliche Gartenstadt anzuwerben. Für Kätelhön und seine Familie ließ Margarethe Krupp seinerzeit das Kleine Atelierhaus errichten, im Großen Atelierhaus Im Stillen Winkel 42 bis 48 wohnten insgesamt zehn weitere Künstler mit ihren Familien.

In der Künstlerkolonie gab es nicht nur rege Begegnungen und familiäre Freundschaften, es entstand auch ein reger Gedankenaustausch. Kunsthandwerker, Maler und Bildhauer begegneten einander in Freundschaft und Gleichberechtigung.

Diese Zeit, diese Menschen und ihre Werke werden uns von Manfred Heise plastisch vor Augen geführt: Natürlich der Begründer der Künstlerkolonie Margarethenhöhe, der Radierer und Lithograph Hermann Kätelhön, beispielsweise der Fotograf Albert Renger-Patzsch, der Maler Kurt Lewy, der Bildhauer Josef Enseling, die Buchbinderin Frida Schoy, die Goldschmiedin Elisabeth Treskow.

Für Michael Flachmann, Vorstand der Margarethe Krupp-Stiftung, war die Beförderung des Werkes  von Manfred Heise zum Buch „ein Herzensanliegen“. Vor dem Hintergrund, dass viele Werke der Künstlerkolonie auf der Margarethenhöhe zugegen sind, schreibt Flachmann in seinem Vorwort: „Nicht nur die Inspiration der Künstler ist das Wesentliche an der Kunst, sondern das Inspirierende für den Betrachter, die Wahrnehmung aus einem anderen Blickwinkel und das Verstehen.“

Und er fügt an: „Manchmal ist es auch einfach die Schönheit der Kunst, die uns berührt und das Betrachten zu einem Erlebnis macht.“

Ein Erlebnis, das ist auch das Lesen des Buches von Manfred Heise. Es zeigt uns, wie das soziale Leben durch Kunst (mit)gestaltet werden kann.

DARÜBER HINAUS sind zwei weitere Werke über die Margarethenhöhe bei der Margarethe Krupp-Stiftung in der Sommerburgstraße 16 wieder erhältlich:

90 Jahre Gartenvorstadt Margarethenhöhe: Entwurf der Vergangenheit – Perspektive für die Zukunft?, 76 Seiten, 14 Euro.
Metzendorf, Rainer / Mikuscheit, Achim, Margarethenhöhe – Experiment und Leitbild 1906 – 1996, 80 Seiten, 7,60 Euro.

Foto: André Schuster / Margarethe Krupp-Stiftung