Die Geschichte
der
Margarethenhöhe

Der
Grundstein
wird gelegt

Das Unternehmen Krupp kümmert sich schon früh um die Wohnsituation seiner Arbeiter. In den 1870er Jahren lässt Alfred Krupp verstärkt Werkswohnungen und Werkssiedlungen bauen. Er verstirbt 1887. Sein Sohn Friedrich Alfred führt das sog. Sozialwerk fort. Er verstirbt 1902. Die älteste Tochter Bertha wird Erbin des Unternehmens Krupp. Da sie noch minderjährig ist, übernimmt ihre Mutter Margarethe Krupp, Ehefrau von Friedrich Alfred, die Aufgaben. Sie erwirbt umfangreiches zusammenhängendes Gelände im Essener Südwesten und legt trotz zeitweiser treuhänderischer Konzernleitung Priorität auf die Fortführung der Wohlfahrtpflege.

Am Anfang
stand eine
Million

Am 15. Oktober 1906 heiratet Bertha Krupp den preußischen Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach. Aus Anlass der Vermählung stellt Margarethe Krupp den nördlichen Teil des Besitzes, etwa 50 Hektar, für die Stiftung zur Verfügung. Zusätzlich spendet sie eine Millionen Mark für das ehrgeizige Projekt. Am 1. Dezember 1906 erfolgt die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde. Die darin festgelegte Verpflichtung zur Gemeinnützigkeit bestimmt noch heute das Selbstverständnis und das wirtschaftliche Handeln des Unternehmens.

„Der Ursprung des Mythos Margarethenhöhe liegt in der sozialen Vision einer weitblickenden Frau.“

Network Of European Garden Cities – www.european-garden-city.net
Der erste Bauabschnitt lag zwischen Lührmanstraße und Mühlbachtal. Dieser erstreckte sich im Osten von der Sommerburg und im Westen vom Nachtigallental.

Erste Gartenstadt Deutschlands

Am 24. Juli 1908 entscheidet sich der Stiftungsvorstand für den 34 Jahre alten Architekten Georg Metzendorf aus Hessen. Das Baugelände, das er 1908 in Augenschein nimmt, liegt zwischen Lührmanstraße und Mühlbachtal. Es wird im Osten von der Sommerburg und im Westen vom Nachtigallental begrenzt. Am 1. Januar 1909 beginnt der offizielle Vertrag mit Georg Metzendorf. Dieser bindet ihn 25 Jahre an seine neue Heimat Essen und er errichtet auf der Margarethenhöhe in 29 Bauabschnitten bis 1934/38 die wohl erste Gartenvorstadt Deutschlands.

Der erste Bauabschnitt lag zwischen Lührmanstraße und Mühlbachtal. Dieser erstreckte sich im Osten von der Sommerburg und im Westen vom Nachtigallental.
Am 1. Januar 1909 trat der 34 Jahre alte Architekt Georg Metzendorf seinen Dienst auf der Margaretenhöhe an und war für den ersten Bauabschnitt verantwortlich.
Am 1. Januar 1909 trat der 34 Jahre alte Architekt Georg Metzendorf seinen Dienst auf der Margaretenhöhe an und war für den ersten Bauabschnitt verantwortlich.

Häuser mit
modernster
Ausstattung

Handwerker aus dem ganzen Land zieht es nach Essen. Die erste Bauphase beginnt, es entstehen innovative zweigeschossige „Kleinwohnhäuser“ mit komfortabler Ausstattung: Etwa einer Zentralheizung, einer ökonomischen Raumaufteilung, und – das Netzwerk Europäische Gartenstadt beschreibt es als damals „revolutionär“ – einem Badezimmer. Der junge Architekt Metzendorf plant genau das Gegenteil von den typischen mehrgeschossigen Mietskasernen in geschlossener Bauweise, in denen die Arbeiter unter unmenschlichen Bedingungen leben. Durch seine sensible Art wird er schnell zum Sympathieträger.

„Mit Pferd und Wagen wurden die Möbel über die heutige Lührmannstraße gebracht.“

Rixa Gräfin von Schmettow – Magazin der Margarethe Krupp-Stiftung (Bd2, Dezember 2017)

1910 entstehen die ersten Häuser am Brückenkopf, auch die 172 Meter lange Fußgängerbrücke über das Mühlbachtal wird fertiggestellt. Ein Jahr später ziehen die ersten Familien in die kleinen Häuser an der Steilen Straße ein. „Mit Pferd und Wagen wurden die Möbel über die heutige Lührmannstraße gebracht“, berichtete Rixa Gräfin von Schmettow laut Magazin der Margarethe Krupp-Stiftung ( Bd 2, Dezember 2017) jüngst während einer Führung durch die Siedlung. Die Siedlung erhält per Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 21. April 1911 ihren offiziellen Namen: „Margarethenhöhe“. Schon ein Jahr später wird das Quartier an den Personenverkehr angeschlossen.

Premiere auf
der neuen
Promenade

1912 erreichen die ersten Triebwagen der Straßenbahnlinien 7 und 8 am 1. Juli die Haltestelle Mühlenbach, heute „Halbe Höhe“. Zu Ehren der Stifterin Margarethe Krupp lässt die Stadt Essen den Schatzgräberbrunnen auf dem Kleinen Markt errichten. Dieser ist eine Arbeit des Bildhauers Joseph Enseling und wird am 20. Juli feierlich eingeweiht. Am gleichen Tag gehen die Bewohner zum ersten Mal voller Freude auf ihrer neuen Promenade an der Sommerburg spazieren.

„Eine kleine Stadt ohne Infrastruktur, das wäre früher undenkbar gewesen.“

Rixa Gräfin von Schmettow – Magazin der Margarethe Krupp-Stiftung (Bd2, Dezember 2017)

Kaiser Wilhelm II ist von der modernen Siedlung beeindruckt, unter dem Jubel der Bürger besucht er am 8. August 1912 die Vorzeige-Gartenstadt. Die Entwicklung geht weiter voran, die Infrastruktur entwickelt sich stetig. Am Kleinen Markt entstehen die Gaststätte Margarethenhöhe, der Konsum und die Ladenlokale für Bäcker, Metzger und Friseur. Ein Normalzustand für die Quartiere von damals. „Eine kleine Stadt ohne Infrastruktur, das wäre früher undenkbar gewesen“, erklärte Rixa Gräfin von Schmettow im Magazin „Die Margarethenhöhe“ (Bd. 2, Dezember 2017) ergänzend dazu. Nach vier Bauperioden leben im Jahr 1913 rund 1500 Menschen in 360 Wohnungen. Auf dem Marktplatz finden die Hans-Sachs-Spiele statt. Die Bewohner können ihre Lebensmittel bald ganz in der Nähe kaufen, die Eröffnung des Kruppschen Konsums ist am 11. Oktober.

Sitzungszimmer für den Vorstand

Im nächsten Jahr erhält der Vorstand der Stiftung im ersten Stock der Gaststätte Margarethenhöhe ein prächtiges Sitzungszimmer komplett aus Nussbaumholz. 1916 gründet man die evangelische Schule unter Rektor Marens, zwölf Klassen von der evangelischen Cranachschule Holsterhausen werden abgezweigt, bleiben aber zunächst Gast an der Keplerstraße. Am 20. Juni 1917 gibt sich Kaiserin Auguste Victoria die Ehre, das Ehepaar Krupp von Bohlen und Halbach führt den Besuch höchstpersönlich durch die Margarethenhöhe. Auch Künstler zieht es nach Essen und auf die Höhe. Der Maler und Grafiker Hermann Kätelhön bezieht 1918 das Kleine Atelierhaus in der Sommerburgstraße 18, welches extra auf Geheiß von Margarethe Krupp für ihn gebaut wurde. Auch der Schulbau macht Fortschritte, 1919 stehen im Herbst die ersten Schulbaracken für rund 600 evangelische und katholische Kinder.

Das Sitzungszimmer im ersten Stock der Gaststätte Margaretenhöhe konnte sich sehen lassen. Es bestand komplett aus Nussbaumholz und war luxuriös ausgestattet.
Das Sitzungszimmer im ersten Stock der Gaststätte Margaretenhöhe konnte sich sehen lassen. Es bestand komplett aus Nussbaumholz und war luxuriös ausgestattet.

Straßenbahn rollt an

Noch gibt es keine eigenen Schulbau, aber am 22. April 1914 startet die zwölfklassige katholische Volksschule provisorisch mit dem Unterricht. Die Klassen verteilen sich auf vier verschiedene Schulen in der Nachbarschaft, erster Rektor wird Dietrich Hegmann. Die evangelische Gemeinde feiert am 5. Juli ihren ersten Waldgottesdienst in der Sommerburganlage. Im Dezember folgt die Verlängerung der Straßenbahn bis zur neuen Haltestelle Am Brückenkopf.

Die beiden
Kirchen
entstehen

Und der Siedlungsbau schreitet weiter voran, im Jahr 1921 entstehen an der Westseite der Sommerburgstraße 16 mehrstöckige Gebäude mit 96 Wohnungen. Doch die Inflationsjahre machen sich ab 1922 deutlich bemerkbar. Die neuen Handwerker erhalten je 5.000 Mark Vorschuss zum Kauf von Kohlen und Kartoffeln. Das Jahreseinkommen von Georg Metzendorf wird im Februar mit 60.000 Mark festgesetzt, ab 1. September sind es bereits 333.300 Mark. Positive Entwicklung: Zwei Jahre später findet auch endgültig das religiöse Leben Einzug auf die Höhe, die katholische Notkirche „Zur Heiligen Familie“ wird am 25. Mai 1924 eingeweiht, am 22. Juni feiert man die erste Fronleichnamsprozession. Die Protestanten zelebrieren ihren ersten Gottesdienst im neuen evangelischen Gustav-Adolf-Haus am 21. Dezember.

Und das öffentliche Leben entwickelt sich weiter. 1925 eröffnet Landwirt Wilhelm Barkhoff seine Kaffee-, Schank- und Milchwirtschaft. 1926 erhält die Polizei in der Sommerburgstraße 16a eine eigene Wache, dazu gehören auch laut Chronik „Margarethenhöhe Das Jahrhundertwerk“ der Margarethe Krupp-Stiftung aus dem Jahr 2006 „zwei Arrestzellen im Keller für Nachtschwärmer“. Am Kleinen Markt 3 gibt es ab September eine Postfiliale. Die Infrastruktur wächst weiter, 1927 beginnt der Bau der Volksschule an der Waldlehne. Das Handwerk nimmt Einzug, ein Werkhaus mit drei Werkstätten und einem Atelier entsteht Im Stillen Winkel 1. Neben der Druckerei befinden sich dort eine Goldschmiedewerkstatt und Buchbinderei. 1928 dürfen sich die Katholischen Gemeindemitglieder über ihr neues Pfarrhaus freuen.

Förderung der Künste

Der Stiftungsvorstand nimmt sich auch der Förderung Kunstschaffender an. Im Stillen Winkel 46 startet der Bau von sieben Atelierräumen. Auch an Quartiere für Gäste wird gedacht, so entsteht 1929 eine Jugendherberge für 40 Jungen und 28 Mädchen am Nachtigallental. Heute steht an diesem Platz das Senioren-Hochhaus Altenau. Die Zahl der Automobile wächst langsam, das erste Garagenhaus mit 17 Boxen wird am Lehnsgrund errichtet.

Eine Ära
verliert ihre
Schöpfer

Am 24. Februar 1931 endet die Ära von Margarethe Krupp, sie stirbt im hohen Alter von 77 Jahren. Im selben Jahr feiert man das 25-jährige Bestehen der Stiftung und zugleich eine Gedächtnisfeier für Margarethe Krupp. 1933 bittet Georg Metzendorf, der schwer erkrankt ist, um seinen vorzeitigen Ruhestand zum 1. April. Mit der Machtübernahme durch die Nazis gehört auch der NSDAP-Ortsgruppenleiter nach Neuwahlen dem Stiftungsvorstand an.

„Mit dem Bau (…) haben Margarethe Krupp und Georg Metzendorf zweifelsfrei einen historisch wertvollen und weit in die Zukunft reichenden Glanzpunkt gesetzt.“

Margarethenhöhe Das Jahrhundertwerk, Margarethe Krupp-Stiftung, 2006

Am 8. Januar 1934 zeichnet die Stadt Essen Georg Metzendorf für sein 25-jähriges Dienstjubiläum aus, seine Frau nimmt die Ehrung entgegen. Der Schöpfer der Margarethenhöhe verstirbt im Alter von 59 Jahren am 3. August. Der Hohlweg wird ihm zu Ehren kurze Zeit später in Metzendorfstraße umbenannt. 1937 stiften Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach im Hinblick auf das 125-jährige Firmenbestehen weitere 16 Hektar Bauland an der Sommerburgstraße.

Der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg ging zügig voran: dank der Vertreter von Parteien, Kirchen und Wohlfahrtverbänden und ihrer „Demokratischen Arbeitsgemeinschaft“.

44 Prozent im Krieg zerstört

In den Kriegsjahren stagniert der Baufortschritt. Die ersten großen Schäden durch Luftangriffe sind ab 1942 zu vermerken. 1943 wird die Schule an der Waldlehne nach Württemberg evakuiert. Die Schüler erleben dort das Ende des Krieges. Von 1.681 Wohnungen sind bei Kriegsende 474 total zerstört, 230 schwer beschädigt und lediglich 62 unversehrt. 44 Prozent des Bestandes sind unbewohnbar. Am 1. Mai 1945 hat die Margarethenhöhe 2.407 Bewohner.

Der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg ging zügig voran: dank der Vertreter von Parteien, Kirchen und Wohlfahrtverbänden und ihrer „Demokratischen Arbeitsgemeinschaft“.

Zügiger Wiederaufbau

Ein Jahr später schmieden Vertreter von Parteien, Kirchen und Wohlfahrtverbänden mit den Mitgliedern der Stiftung einen Selbsthilfeplan für den Wiederaufbau. Sie gründen eine „Demokratische Arbeitsgemeinschaft“. Wenn auch mit Mängeln, so werden im Dezember 1946 immerhin rund 1.250 Wohnungen wieder bezogen. Am 15. September 1947 bekommt die Höhe erstmals in ihrer Geschichte einen eigenen Wochenmarkt mit 18 Ständen. Dieser besteht noch heute. Schon ein Jahr später wird die Siedlung am 1. Januar mit 7.781 Bewohnern und 138,4 Hektar Fläche ein eigener Stadtteil und gehört nun nicht mehr zu Rüttenscheid.

Eine neue
Mustersiedlung
entsteht

Mit dem Bauvorhaben „Dach und Fach“ wird 1949 mit 68.000 DM der Grundstock für die künftige „Neue“ Margarethenhöhe durch die Stiftung gelegt. An der neuen Straße Lührmannwald entsteht im Rahmen der ersten Nachkriegs-Bauausstellung eine Mustersiedlung mit 33 Beispielhäusern. Am 21. Juli 1950 findet die Gründungsversammlung der Bürgerschaft Essen-Margarethenhöhe e.V. statt. Zum Vorsitzenden wird der Verleger Jacob Funke und zu seinem Vertreter Gustav Bachert gewählt. Der Verein setzt sich als Aufgabe: Förderung aller Belange der Margarethenhöhe, Pflege des Heimatsinns, der Eintracht und der Geselligkeit.

Allerdings wird der Bau der „Neuen“ Margarethenhöhe südlich der Straßen Lührmannwald gänzlich anderen städtebaulichen und architektonischen Kriterien folgen. Mehrgeschossige Zeilenbauweise, in weite Grünflächen gesetzt und ergänzt um Punkthochhäuser, werden einen deutlichen gestalterischen Kontrast zur „Alten“ Margarethenhöhe setzen. Der Plan des Architekten sieht 1.200 Wohnungen für 4.000 Menschen vor und spricht eine andere Formensprache. „Farbig gestaltete, hohe und langgestreckte Häuser sind von großzügigen Naturflächen umgeben und schließen den Entstehungsprozess der Margarethenhöhe auf der Basis des sozialen Wohnens ab“, so beschreibt es das Network Of European Garden Cities auf seiner Homepage.

Der Bau der „Neuen“ Margarethenhöhe südlich der Straßen Lührmannwald war ein deutlicher Kontrast zum ersten Siedlungsabschnitt: mit viel Freiraum und Natur.
Der Bau der „Neuen“ Margarethenhöhe südlich der Straßen Lührmannwald war ein deutlicher Kontrast zum ersten Siedlungsabschnitt: mit viel Freiraum und Natur.

50-jähriges Bestehen

Die neue Kirche „Zur Heiligen Familie“, im Oktober 1944 zerstört, wird 1952 eingeweiht. Das Gotteshaus ist eine der ersten kirchlichen Nachkriegsbauten Essens. 1956 bezeichnet der Stiftungsvorstand den Wiederaufbau im alten Teil der Höhe als beendet. Die Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge feiert ihr 50-jähriges Bestehen, aus diesem Anlass ist Bundespräsident Theodor Heuss am 15. September zu Gast. 1957 stellt das Preisgericht die Modelle für den neuen Teil der Margarethenhöhe vor. Die bauliche Realisation der Erweiterung erfolgt von 1962 bis 1980 nach Plänen des Wettbewerbsgewinners Dr. Wilhelm Seidensticker.

Die
"Neue" Höhe
entwickelt sich

1958 feiern die Mitglieder des Turn- und Sportvereins Essen Margarethenhöhe e. V. (TUSEM) die Einweihung ihrer neuen Platzanlage. Die alte Jugendherberge wird 1960 abgerissen, auf dem Gelände entsteht ein achtgeschossiges Senioren-Wohnhaus. Das Vorhaben „Neue“ Margarethenhöhe beginnt im Sommer 1962 mit den ersten drei Bauabschnitten. 400 Wohnungen sind vorgesehen, verteilt auf Ein- und Zweifamilienhäuser sowie drei Hochhäuser. Die „Neue“ Höhe erhält im selben Jahr ein 300 Quadratmeter großes Einkaufszentrum und die gesamte Schule an der Waldlehne wird Gemeinschaftsgrundschule mit 18 Klassen. Ein Studentenwohnheim wird am 1. Oktober 1975 in der Sommerburgstraße eröffnet.

Denkmalschutz für die Margarethenhöhe

Am 1. Dezember 1981 feiert die Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge das 75-jährige Jubiläum. Im Jahre 1983 erfolgen der Abriss und die Neuplanung eines Teils der Häuser am Lührmannwald. 82 öffentlich geförderte Neubauwohnungen entstehen. Der Aufsichtsrat der Stiftung beschließt die Errichtung einer Museumswohnung. Sechs Jahre später, 1987, wird ein Großteil der „Alten“ Margarethenhöhe unter Denkmalschutz gestellt. Am 1. Juli 1994 eröffnet eine Edeka-Filiale in der ehemaligen Krupp-Konsumanstalt am Kleinen Markt. Im Jahr 1996 wird erneut gefeiert: Die Stiftung ist jetzt 90 Jahre alt. Zu ihrem 60. Geburtstag wird Rixa Gräfin von Schmettow 1998 mit einer Laudatio von Heinz Hüneke und einer Urkunde geehrt und zur Ehrenvorsitzenden der Bürgerschaft ernannt. Auch die Bürgerschaft Margarethenhöhe darf bald feiern, und zwar im Jahr 2000.

„Margarethe Krupp hat die Stiftung ausdrücklich als Geschenk für die Bürger der Stadt Essen bezeichnet.“

Vorstand der Bürgerschaft, Essen Margarethenhöhe e.V

Zwei Jahre später eröffnen die Eheleute Mintrop im ehemaligen Gasthaus das Hotel Margarethenhöhe am Markt, ein Jahr später erstrahlt dort das original erhaltene Krupp-Zimmer im neuen Glanz. 2006 wird in einer Festwoche das 100-jährige Jubiläum der Stiftung zelebriert. Bewohner, Politiker und Prominente feiern, der Vorstand der Bürgerschaft fasst es laut Homepage zusammen: „Margarethe Krupp hat die Stiftung ausdrücklich als Geschenk für die Bürger der Stadt Essen bezeichnet. So ist es natürlich, dass wir uns in diesen Tagen dankbar an sie erinnern (…).“

1987 startete die Sanierung der "Neuen" Margarethenhöhe nicht nur unter energetischen, sondern auch unter städtebaulichen und ästhetischen Gesichtspunkten.
Flachdächer wurden durch Satteldächer ersetzt und die oberen Geschosse teilweise mit Naturschiefer verkleidet, der optisch mit dem Dach verband.
Der helle und freundliche Putz wechselt sich mit kräftigen Farben ab, die der "Neuen" Margarethenhöhe ein freundliches Erscheinungsbild geben.

Literatur
und
Medien

Das „Jahrhundertwerk Margarethenhöhe“ ist Gegenstand etlicher interessanter Publikationen, die erste Einblicke, aber auch tiefere Betrachtungen erlauben. Die „Dichtung in Stein und Grün“, wie die Siedlung auch genannt wurde, kommt dabei nicht nur auf dem Papier „zu Wort“, sie wird auch in einer rund 30-minütigen CD in Bild und Wort gefeiert.

Einige dieser Medien sind bei der Margarethe Krupp-Stiftung erhältlich, im Buchhandel und manchmal auch nur im Antiquariat.

MARGARETHENHÖHE - Das Jahrhundertwerk

Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge (Hg.)

Essen 2006

ISBN-10: 3-8215-0556-7
ISBN-13: 978-3-8215-0556-5

Das Buch ist zum Preis von 9,80 € bei der MKS erhältlich.

Architekturführer durch die Gartenstadt Margarethenhöhe (Kleine Schriften des Ruhr Museums)

Metzendorf, Rainer/Mikuscheit, Achim

ISBN-10: 3837511421
ISBN-13: 978-3837511420

Das Buch ist zum Preis von 12,95 € u. a. bei der MKS erhältlich.

Gartenstadt Margarethenhöhe, 50 Jahre Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge in Essen

Steinhauer, Gerhard

Essen 1956

Der große Wurf - Margarethenhöhe

Kösters, Hans G.

Essen 1991

90 Jahre Gartenvorstadt Margarethenhöhe: Entwurf der Vergangenheit - Perspektive für die Zukunft?

Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge (Hg.)

Essen 1997

Bei der Margarethe Krupp-Stiftung zum Preis von 14 € erhältlich.

Die Margarethenhöhe in Essen, Entwurf der Vergangenheit - Perspektive für die Zukunft, in: War die Zukunft früher besser?: Visionen für das Ruhrgebiet

Landschaftsverband Rheinland (Hg.)
Metzendorf, Rainer/Mikuscheit, Achim

Georg Metzendorf 1874 - 1934, Siedlungen und Bauten (Monographie)

Metzendorf, Rainer

Darmstadt und Marburg 1994

Margarethenhöhe - Experiment und Leitbild 1906 - 1996

Metzendorf, Rainer/Mikuscheit, Achim

Bottrop 1997

Bei der Margarethe Krupp-Stiftung zum Preis von 7,60 € erhältlich.

Kleinwohnungsbauten und Siedlungen

Metzendorf, Georg

Darmstadt 1920

Der Westdeutsche Impuls 1900 - 1914 - Kunst und Umweltgestaltung im Industriegebiet - Die Margarethenhöhe - Das Schöne und die Ware

Museum Folkwang (Hg.)

Essen 1984

Dichtung in Stein und Grün - Margarethenhöhe

Kösters, Hans G.

Bei der Margarethe Krupp-Stiftung zum Preis von 10,50 € erhältlich.

Vom Hausen zum Wohnen. Wohnungsbau für Arbeiter zur Zeit der Industrialisierung: Essen ein Beispiel

Ruhrlandmuseum (HG.)

Essen 1988

MARGARETHENHÖHE - Das Jahrhundertwerk, Essen 2006 (ca. 30 Minuten)

Thomas Sliepen

Verlag Beleke
ISBN 3-8215-0557-5

Deutscher Werkbund, Folkwang-Komplex und die Künstlerkolonie Margarethenhöhe

Manfred Heise

Essen 2018